Diese Hilfsprojekte förderte der Weltzahnärzteverband FDI
Im Distrikt Bugesera in Ruanda nahmen mehr als 10.000 Kinder an einem einjährigen Programm zur Förderung der Mundgesundheit teil. Rund 1.600 von ihnen wurden im Rahmen des Projekts untersucht und jedes Kind erhielt eine Zahnbürste, fluoridierte Zahnpasta sowie weitere Informationen zur Mundhygiene. „Der Schwerpunkt des Programms lag nicht nur auf der Behandlung, sondern auch auf einer langfristigen Verhaltensänderung: Den Kindern wurden richtige Zahnputztechniken, die Bedeutung von fluoridhaltiger Zahnpasta und der Verzicht auf zuckerhaltige Snacks vermittelt“, berichtet die FDI.
Viele Studierende engagierten sich
Die mit Geldern aus dem World Dental Development Fund geförderte Initiative wurde unter anderem von 46 Zahnmedizinstudierenden der Universität Ruanda, ihren Dozentinnen und Dozenten sowie ehrenamtlich tätigen Absolventinnen und Absolventen geleitet. In diesem Sinne habe das Programm sowohl eine Maßnahme im Bereich der öffentlichen Gesundheit als auch eine Ausbildungsmöglichkeit für das zukünftige zahnmedizinische Fachpersonal des Landes dargestellt, so die FDI.
Das Projekt wirkte sich laut Weltzahnärzteverband positiv auf die Awareness der Bevölkerung aus: „Die Gemeinden begannen schon bald, regelmäßige Besuche, zusätzliche Hilfsmittel und schulische Mundgesundheitsclubs zu fordern.“
Mehr Sichtbarkeit von Menschen in Pflegeheimen
Erfolgreiche Prävention hängt unter anderem von der Sichtbarkeit einer Patientengruppe ab, hält die internationale Berufsorganisation im Zusammenhang mit einem weiteren Projekt fest, in dessen Rahmen die Bewohnerinnen und Bewohner elf chilenischer Pflegeeinrichtungen zahnmedizinisch untersucht wurden.
Das Ergebnis: Etwa 42 Prozent der Seniorinnen und Senioren hatten eine unbehandelte Karies, fast ein Drittel war vollständig zahnlos. Mehr als die Hälfte litt zudem unter Mundtrockenheit, die auf die Einnahme mehrerer Medikamente zurückzuführen war. Ein weiteres Problem, das die Projektverantwortlichen vorfanden: Viele der untersuchten Personen hatten Schwierigkeiten beim Kauen und waren auf weiche oder pürierte Kost angewiesen.
Das Pflegepersonal konnte nicht unterstützen
In den besuchten Pflegeheimen hätten viele Ältere unter Schmerzen, Infektionen und einer abnehmenden Lebensqualität gelitten, berichtet die FDI. Die Situation sei dadurch erschwert worden, dass die meisten Pflegekräfte in den Heimen keine formelle Ausbildung in der zahnmedizinischen Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner durchlaufen hatten.
Aus diesem Grund führten geriatrisch geschulte Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner nicht nur Hunderte von Behandlungen durch, sondern bildeten darüber hinaus das Pflegepersonal in den Bereichen tägliche Mundhygiene, Prävention und Notfallmanagement fort.
„Was dabei entstand, war mehr als nur ein klinisches Programm. Es entwickelte sich zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit den Themen Altern, Würde und Prioritäten im Gesundheitswesen“, lobt die FDI. Allzu oft werde die Mundgesundheit bei älteren Menschen als zweitrangig und nicht wesentlich angesehen. Das Projekt habe auf diese Lücke in der Versorgung hingewiesen und zudem gezeigt, dass Lösungen nicht immer große Investitionen in die Infrastruktur erforderten: „Manchmal beginnen sie mit Mobilität, Flexibilität und der Bereitschaft, auf die Menschen dort zuzugehen, wo sie sind.“
Ein mobiles Gesundheitszentrum für die Dorfgemeinschaft
In der Region Serua-Namosi auf Fidschi förderte der World Dental Development Fund die zahnmedizinische Versorgung, indem er den Aufbau eines provisorischen Dorfgesundheitszentrums unterstützte. Das Zentrum bestand fast ausschließlich aus mobilen Geräten.
Eine Woche lang brachte das „Serua Namosi Community Oral Health Outreach Project“ mehr als 50 Freiwillige zusammen, darunter Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Krankenschwestern und Pfleger, um rund 1.040 Menschen ganzheitlich (zahn)medizinisch zu versorgen.
Behandlungen und Schulungen liefen parallel
Zahnärztliche Teams führten Untersuchungen, Zahnextraktionen, Zahnrestaurationen und Zahnsteinentfernungen durch. Bei komplexeren Erkrankungen leiteten sie eine Überweisung zu Spezialistinnen und Spezialisten ein. Parallel wurde die Dorfgemeinschaft in Gesundheitsschulungen über Themen wie Mundhygiene, Diabetesprävention und lebensstilbedingte Erkrankungen informiert.
„Das Projekt zeigt, wie die zahnmedizinische Versorgung als Einstiegspunkt in die Gesundheitsförderung einer Gemeinschaft dienen kann, indem zahnärztliche Behandlungen mit medizinischen Vorsorgeuntersuchungen, Aufklärung und Überweisungen verknüpft werden“, zieht die FDI Bilanz.
Organisationen oder Einzelpersonen, die mit ihrem Projekt den Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung und Prävention fördern möchten, können sich hier um Mittel aus dem World Dental Development Fund bewerben. Die FDI fördert jedes Jahr drei bis fünf Initiativen mit jeweils maximal 10.000 Schweizer Franken (rund 10.840 Euro).


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