Gesundheitsförderung soll tragende Säule werden
„Prävention ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe“, betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bei der Auftaktveranstaltung in Berlin. Das Gesundheitssystem leiste eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung im Krankheitsfall, doch müsse man künftig besser darin werden, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.
„Wir wollen Gesundheit stärker fördern, Krankheiten verhindern und Prävention stärker im Alltag der Menschen verankern. Das Gesundheitssystem kann hier besser werden, aber auch nicht alles leisten. Deshalb setze ich auf einen möglichst breiten Ansatz und werde dazu in den kommenden Monaten mit möglichst vielen Politikfeldern gemeinsame Handlungsfelder erörtern“, kündigte Warken an.
Gesundheitsförderung ist eine große Chance, kostet aber viel Geld
Die Grundlagen seien zuletzt vor mehr als zehn Jahren weiterentwickelt worden, sagte Oliver Blatt, Vorsitzender des GKV-Spitzenverbands. Mit dem Präventionsgesetz hätten seinerzeit vor allem die Kranken- und Pflegekassen neue Aufgaben bekommen. Die Ausgaben für Prävention seien dort zuletzt gestiegen. Das Thema sei jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Auch Bund, Länder und Kommunen müssen ihren Teil leisten, mit mehr Verbindlichkeit und vor allem finanziell“, forderte Blatt.
„Die Präventionsoffensive bietet die Chance für einen echten Paradigmenwechsel“, betonte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. Eine besondere Bedeutung komme auch der Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu. „Wer heute in wirksame Prävention investiert, verhindert morgen vermeidbare Erkrankungen. Die Ärzteschaft steht bereit, sich mit ihrer Kompetenz in die Präventionsoffensive einzubringen“, versprach er.
Das BMG will das alte Präventionsgesetz weiterentwickeln
Die Präventionsoffensive knüpft laut BMG an das bisherige Präventionsgesetz an und hat zum Ziel, es konsequent weiterzuentwickeln. Die Offensive setzt demnach auf eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen, Leistungserbringern und Akteuren aus dem Gesundheitswesen.
Bestehende Projekte sollen besser miteinander verzahnt, Angebote weiterentwickelt und die Gesundheitsförderung dauerhaft in den Lebenswelten der Menschen verankert werden. Bislang sei es nur teilweise gelungen, mit den Ländern und Einrichtungen die strukturellen Voraussetzungen für Gesundheitsförderung und Prävention in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen zu schaffen.
Diese fünf Themenfelder stehen im Fokus
Hier will die Präventionsinitiative laut BMG ansetzen und sich dabei auf fünf Lebensalter, Lebensbereiche beziehungsweise Themenfelder konzentrieren:
Gesundes Aufwachsen von Kindern – in Lebenswelten, die gezielt fördern
Gesundes und produktives Arbeiten – mit einem besseren Zusammenwirken von betrieblicher Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz
Gesund leben und älter werden – mehr gesunde Lebensjahre und Vermeidung von Pflegebedürftigkeit
Höhere Gesundheitskompetenz – durch zugängliche und zielgerichtete Informationen
Rahmenbedingungen, die einen gesunden Lebensstil ermöglichen und fördern - entschieden gegen vermeidbare Volkskrankheiten kämpfen


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