GKV-Spitzenverband setzt auf digitales Tool zur Patientensteuerung
Seine Vorstellungen dazu hat der Verband in einem fünfseitigen Papier mit dem Titel „Primärversorgung: Zugang und digital gestützte Versorgungsnavigation“ zusammengefasst.
Der GKV-Spitzenverband schlägt darin vor, ein Navigationstool als Orientierungs- und Entscheidungshilfe einzuführen. Es soll Behandlungsbedarfe einschätzen, Patienten in die richtige Versorgungsebene steuern und beispielsweise das Ausstellen von Folgerezepten ohne Arztkontakt ermöglichen.
Versicherte sollen dieses Tool eigenständig über Apps oder Websites nutzen können, um einzuschätzen, ob sie mit ihren Symptomen zum Hausarzt in die Sprechstunde, direkt zum Facharzt oder im Notfall in die Rettungsstelle gehen sollen. Zugleich soll das Tool mit seinem „strukturierten Einschätzungsprozess“ im Telefonkontakt – etwa an der 116 117 – oder im persönlichen Kontakt unterstützen, um den Behandlungsbedarf einzuordnen.
Geplant ist auch eine Anbindung an die ePA
Das Navigationstool soll dem Konzept zufolge perspektivisch an die elektronische Patientenakte (ePA) angeschlossen werden und somit auch Daten aus der Versorgungshistorie oder zur Medikation des Versicherten in die Bewertung einbeziehen können. Geplant ist auch, dass in bestimmten Fallkonstellationen Überweisungen direkt zum Facharzt über das Tool möglich sein sollen.
Das System soll plattformunabhängig funktionieren und in Webangebote etwa der Krankenkassen, von Arztpraxen oder Terminvermittlungsplattformen integriert werden können. Die Vorgaben für die inhaltliche und technische Umsetzung soll die Selbstverwaltung vereinbaren – etwa auch in der Frage, ob das Tool verbindlich als erste Anlaufstelle für den Zugang zur Versorgung dienen soll oder in welchen Bereichen es Ausnahmen etwa für Chroniker geben soll.
Ärzte entlasten und Patienten Orientierung bieten
Das neue Tool soll laut GKV-Spitzenverband Leistungserbringende entlasten und Kapazitäten schonen, indem es für Versicherte die passende Versorgungsform identifiziert. Patienten soll es ermöglichen, individualisierte, validierte Informationen zu ihren individuellen Anliegen zu erhalten. Dadurch soll es „Orientierung im Gesundheitswesen“ und – insbesondere in Verbindung mit einer digitalen Terminvermittlung – „einen echten Mehrwert durch schnellere und zielgerichtete Versorgungspfade“ bieten, heißt es im Konzept.


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