Folgen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetz auf die Parodontitisversorgung

KZV Rheinland-Pfalz beklagt starken Einbruch der Neubehandlungsfälle

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Politik
Daten der KZV Rheinland-Pfalz belegen einen Einbruch der Neubehandlungsfälle in der Parodontitistherapie um mehr als 40 Prozent: Trotz unverändert hoher Krankheitslast fiel die Zahl im Dezember 2023 auf rund 4.000.

Im Vorjahresmonat waren es noch über 7.000 Neupatienten. Somit wurden sogar noch weniger Parodontitispatienten behandelt als vor der Einführung der neuen Parodontitis-Versorgungsstrecke (5.100 Fälle). Den Grund dafür sieht die KZV in den Sparmaßnahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes.

Auch in Zahnarztpraxen spüren Patienten jetzt das enge Korsett eines budgetierten Systems

„Das war eine dramatische politische Fehlentscheidung, dessen negative Konsequenzen jetzt voll im Versorgungsalltag durchschlagen“, kritisiert die KZV-Chefin Dr. Christine Ehrhardt. Die unzureichende Finanzierung schränke die Behandlungskapazitäten in den Praxen ein: Notwendige Versorgungen könnten nur über einen längeren Zeitraum fachgerecht erbracht werden. Patienten müssten zwangsläufig längere Wartzeiten für Termine in Kauf nehmen. Ehrhardt: „Die Patienten spüren nun auch in den Zahnarztpraxen das enge Korsett eines budgetierten Systems, in dem sinnvolle präventive Therapiekonzepte einer starren Kostengrenze gegenüberstehen.“

Sie befürchtet, dass sich der durch die Gesetzgeber ausgelöste langfristige Schaden für die zahnärztliche Versorgung im Laufe des Jahres 2024 weiter verschärfen wird und fordert daher ein Umdenken in der Politik. „Legen Sie den Fokus wieder auf das Patientenwohl und beenden Sie die Budgetierung“, appelliert Ehrhardt an den Gesetzgeber.

Am Dienstag diskutierte der Gesundheitsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz die Folgen des Gesetzes auf die zahnärztliche Versorgung.

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