Männer gehen in die Notaufnahme, Frauen warten auf den nächsten Arzttermin
Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt Schwächen in der Steuerung der medizinischen Notfallversorgung in Deutschland: Demnach berichten 37 Prozent der Bevölkerung, in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal von plötzlichen Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten betroffen gewesen zu sein.
Von ihnen ging der Großteil in die Notaufnahme (34 Prozent). Weitere 20 Prozent alarmierten den Rettungsdienst über die 112. Demgegenüber nahmen nur 14 Prozent eine telefonische Beratung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) in Anspruch, und nur 10 Prozent suchten eine Bereitschaftspraxis auf.
Auffällig sind Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Während Männer deutlich häufiger in die Notaufnahme gehen (42 Prozent gegenüber 28 Prozent), neigen Frauen eher dazu, zunächst abzuwarten (22 Prozent gegenüber 12 Prozent).
Der Bereitschaftsdiensts geht ins Leere
Die vergleichsweise geringe Nutzung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes deutet laut Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, auf ein strukturelles Problem hin: „Die Frage, wie dringend medizinische Hilfe nötig ist und wo man diese am besten bekommt, ist alles andere als einfach. Unser Gesundheitssystem ist leider nicht so aufgestellt, dass es den Menschen die Beantwortung dieser Frage erleichtert.“
Diese Fehlsteuerung trage zur zunehmenden Belastung der Notaufnahmen bei. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden allein im Jahr 2024 rund 13 Millionen Behandlungen in deutschen Notaufnahmen registriert – mit steigender Tendenz. Vor diesem Hintergrund begrüßt Baas die Notfallreform, die von der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurde und bereits im Kabinett beschlossen wurde.
Die Reform sieht unter anderem eine qualifizierte Ersteinschätzung vor, die Hilfesuchenden auf Basis ihrer Symptome zur passenden Versorgung führt. Sie soll zum Beispiel telefonisch in der neuen Akutleitstelle, bestehend aus der Rettungsleitstelle 112 und der 116 117, sowie den neuen integrierten Notfallzentren (INZ) in Krankenhäusern verfügbar sein.
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit 1.410 Personen ab 18 Jahre


169
169


