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Kombination aus Bürstenbiopsie und PCR-Test

Mundkrebsdiagnostik in 60 Minuten

Der neue qMIDSV3-Test in der Evaluation. Teh et al., 2026
br
Zahnmedizin
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Mit einer Kombination aus Bürstenbiopsie und PCR-Test haben britische Forscher einen neuen nichtinvasiven Test auf orale Plattenepithelkarzinome entwickelt. In einer Studie zeigte der Test hohe Erkennungsraten.

Die sichere Früherkennung von oralen Plattenepithelkarzinomen ist immer noch eine erhebliche Herausforderung, da die nichtinvasiven Screeningmethoden immer abhängig von der Patientensituation mit Unsicherheiten behaftet sein können.

Goldstandard ist nach wie vor die Inzisionsbiopsie, die bei einem begründeten Krebsverdacht durchgeführt wird – etwa nach der klinischen Inspektion oder einem auffälligen Bürstenabstrich.

Die Methode ist jedoch vergleichsweise zeitaufwendig, für den Patienten oft unangenehm und stellt sich bei negativem Befund später als unnötig heraus. Da wären sichere nichtinvasive Testmethoden eine willkommene Alternative.

Über 95 Prozent Gesamtgenauigkeit

Eine britische Arbeitsgruppe unter Leitung von Forschern der Queen Mary University of London hat nun einen Test entwickelt, der Proben einer Bürstenbiopsie genetisch untersucht und Ergebnisse innerhalb von 60 Minuten liefert.

Der Test hat in der Studie eine Gesamtgenauigkeit von 95,5 Prozent (95,7 Prozent Sensitivität und 95,1 Prozent Spezifität) bei der Unterscheidung von Krebs und harmlosen Schleimhautveränderungen gezeigt.

Evaluation an 545 Patienten

Evaluiert wurde der neue Test mit 1.090 oralen Bürstenbiopsien von 545 Patienten. In der Klinik wurden von jedem Patienten zwei Proben entnommen, eine von nicht-läsionaler oraler Schleimhaut (NOM) und eine weitere von der oralen Läsion (Test). Das Prozedere der Probenentnahme dauerte in der Regel weniger als fünf Minuten.

Die Bürstenköpfe wurden vom Stiel gelöst und in Probenröhrchen eingesetzt, die einen Speicherpuffer enthielten, der RNA bei Raumtemperatur stabilisiert. Im Diagnoselabor wurde die Probe gereinigt und mit einem Primer versetzt, der in der Probe spezifische Biomarker-Gene zur Vervielfältigung im qPCR-System markiert.

Anschließend werden die markierten mRNA mit einem einstufigen RT-qPCR-System vervielfältigt und quantifiziert. Ein Algorithmus berechnete aus den qPCR-Daten einen Malignitätsindex für die Krebsrisikostratifizierung (qMIDS-Malignitätsindex).

Aussagefähige Biomarker

Entscheidend für die Qualität des Tests ist die Aussagekraft von vier untersuchten Biomarker-Genen, darunter INHBA und S100A16, deren Aktivität sich stark verändert, sobald Zellen maligne werden.

Der leitende Forscher, Muy-Teck Teh, Professor für molekulare orale Onkologie an der Queen Mary University und Erstautor der Studie zeigte sich positiv überrascht: „Wir waren wirklich erstaunt, dass die Leistung des Pinselabstrichtests vergleichbar mit der einer Mikrobiopsie ist. Es legt nahe, dass das biologische Signal, das von diesen vier Genen erfasst wird, so stark und konsistent ist, dass es sogar aus den oberflächlichen, exfoliierten Zellen, die durch eine Bürstenbiopsie gesammelt werden, nachgewiesen werden kann."

Die klinischen Implikationen seien erheblich: „Patienten benötigen nicht einmal mehr ein minimalinvasives Verfahren, um von molekular geführter Triage zu profitieren.“

Teh, MT., Patil, R., Tekade, S.A. et al. INHBA–S100A16 dysregulation enables a non-invasive molecular stratification platform for rapid detection of oral squamous cell carcinoma: results from a large diagnostic case-control study. Biomark Res 14, 76 (2026). https://doi.org/10.1186/s40364-026-00963-7.

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