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Forschende starten Fundraising-Kampagne

(Noch) fehlt das Geld für eine europäische PubMed-Alternative

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Politik
Was tun, wenn die USA PubMed und ClinicalTrials.gov abschalten? Für Forschung, Versorgung und Innovation wäre das eine kritische Lücke. Fachleute wollen daher eine langfristige europäische Alternative zu PubMed etablieren. Aber das Geld fehlt.

Medizinische Forschung, Versorgung und Innovation sind auf einen stabilen Zugang zu wissenschaftlich abgesicherten Informationen angewiesen. Ein erheblicher Teil dieser Infrastruktur basiert jedoch auf US-finanzierten Diensten. Zwar existieren europäische Spiegelungen von PubMed, doch auch sie sind – insbesondere bei aktuellen Daten – weiterhin vom US-Original abhängig. „Solche Abhängigkeiten bergen Risiken durch politische Entscheidungen, wirtschaftliche Interessen oder technische Ausfälle“, warnt das ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften.

Genau hier setzt OLSPub, kurz für „Open Life Science Publication Database”, an: Mit dem Projekt will ZB MED eine offene, gemeinwohlorientierte Publikationsdatenbank für die Lebenswissenschaften aufbauen. Die Datenbank soll Metadaten inklusive Abstracts direkt von den Verlagen beziehen und eigenständig vorhalten. Ziel ist, dass eine in Europa verankerte Redundanz zu PubMed entsteht, die wissenschaftliches Wissen dauerhaft als öffentliches Gut bereitstellt.

Fundraising statt staatlicher Förderung!

Für die vollständige Umsetzung des Projekts werden zwei Millionen Euro benötigt. Da derzeit keine öffentliche Förderung zur Verfügung steht, hat ZB MED nun eine Fundraising-Kampagne gestartet. Unterstützt werden kann OLSPub durch Direktspenden oder verbindliche Spendenzusagen.

„Was wir brauchen, ist eine langfristige offene deutsche und europäische Alternative zu PubMed, die medizinisches Wissen archiviert und Verlässlichkeit im KI-Zeitalter in Europa sichert. Gerade auch als Backbone, wenn anderenorts aus politischen Gründen wissenschaftliches und medizinisches Know-how gelöscht wird oder werden sollte. OLSPub steht für kuratiertes, qualitätsgesichertes Wissen – eine unverzichtbare Grundlage für eine humane Medizin.“

Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, Arzt und Wissenschaftler, der das OLSPub-Projekt unterstützt.


Die Kampagne ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert und zielt auf insgesamt zwei Millionen Euro:

  • Phase 1: 600.000 Euro für das Aufsetzen eines Alphatyps mit erster Datenintegration und rudimentärem Zugriff.

  • Phase 2: 800.000 Euro für die Etablierung des Routinebetriebs und Integration des MeSH und der Metadaten.

  • Phase 3: 600.000 Euro für die Finalisierung eines produktreifen Beta-Systems mit API-Zugang und nachhaltiger europäischer Governance mit über 38 Millionen Publikationen.

Weitere Informationen zur Fundraising-Kampagne und den Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website von ZB MED.

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