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Umfrage zu Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte

Verbale und körperliche Attacken sind keine Seltenheit mehr

sth
Praxis
Das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) hat seine Leserinnen und Leser zu Gewalterfahrungen während der Arbeit befragt. Mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte gab an, dass die Gewalt im beruflichen Alltag zugenommen habe.

Laut Umfrage sagten zwei Drittel der 1.619 Befragten, schon einmal Gewalt im beruflichen Kontext erfahren zu haben. „Die Angreifer sind überwiegend alleine handelnde (76 Prozent der Fälle), männliche Personen, die eine medizinische Einrichtung als Patienten (82 Prozent) oder Angehörige (30 Prozent) aufsuchen“, berichtet das DÄ weiter.

Am häufigsten kommen nach Aussage der Ärztinnen und Ärzte verbale Übergriffe vor (89 Prozent), von körperlicher Gewalt berichteten 47 Prozent. Psychische Gewalt nannten circa 40 Prozent der Befragten, 16 Prozent haben laut der Befragung gewalttätige Übergriffe aufgrund ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit erlebt.

Zehn Prozent der Fälle enden in der Berufsunfähigkeit

Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Gewaltbetroffenen war vorübergehend in seiner Berufsausübung eingeschränkt, neun Prozent sogar dauerhaft. „Zehn Prozent der geschädigten Personen wurden durch die Attacken arbeitsunfähig“, heißt es in dem Bericht.

Die Mehrzahl der Übergriffe fand demnach während der Behandlung statt (42 Prozent). In der ambulanten Versorgung sind die kritischsten Orte die Rezeption, aber auch der Wartebereich und vor allem die Behandlungsräume. In der stationären Versorgung kommt es besonders in den Notaufnahmen und auf den Stationen zu Angriffen.

Arbeitgeber bieten oft keine Hilfe

Doch obwolh der Bedarf an Präventions- und Auffangangeboten groß sei, bietet nur ein Teil der Arbeitgeber Akutinterventionsmaßnahmen, wie Rückzugsräume (18 Prozent), Fluchtwege (35 Prozent), Notrufsysteme (31 Prozent) oder Deeskalationstrainings (38 Prozent). Dabei wünschen sich die Befragten laut Umfrage die Möglichkeit, solche Vorfälle zentral melden zu können, ebenso wie spezielle Ansprechpartner, Deeskalationstrainings, eine bessere Personalausstattung, einen Sicherheitsdienst oder auch einen Notrufknopf.

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