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British Dental Journal

Zahnmedizin kann Essstörungen im Spitzensport früh erkennen

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Zahnmedizin
Essstörungen und ein in der Folge erhöhtes Risiko für orale Erkrankungen sind im Spitzensport laut dem British Dental Journal weit verbreitet. Zahnärztinnen und Zahnärzte können frühe Hilfe leisten.

„Es liegt in der Natur des Spitzensports, dass der Ästhetik des Körpers höchste Bedeutung beigemessen wird“, schreibt das vierköpfige Autorenteam um Dr. Rebecca Moazzez von der „Arthur A. Dugoni School of Dentistry“, San Francisco, im British Dental Journal (BDJ). Darin sehen die Forschenden den Hauptgrund dafür, dass Essstörungen bei Spitzensportlerinnen und -sportlern häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung.

„Studien haben gezeigt, dass bis zu 84 Prozent der College-Sportler irgendwann einmal Essstörungen oder Verhaltensweisen zur Gewichtskontrolle gezeigt haben“, ist in dem Artikel zu lesen. Zur genauen Prävalenz von Essstörungen im Sport gäbe es keine genauen Daten, zahlreiche weltweite Studien kämen jedoch zu dem Schluss, dass bei Athletinnen und Athleten gegenüber der Normalbevölkerung von einer um 20 Prozent höheren Verbreitung auszugehen sei.

Frühe Interventionen erhöhen die Chancen auf Heilung

Obwohl ein klarer Zusammenhang zwischen Spitzensport und Essstörungen besteht, ist aus Sicht der Autorinnen und Autoren relativ wenig darüber bekannt, wie Zahnärztinnen und Zahnärzte die Mundgesundheit dieser Patientengruppe fördern können. „Dies ist eine verpasste Chance, da sie zu denjenigen Gesundheitsfachkräften gehören, die frühe Anzeichen und Symptome einer Essstörung erkennen können, wenn die Heilungschancen am größten sind“, bemängeln die Forschenden.

Essstörungen sind keine Phase

Zur Vielzahl der Essstörungen, die sich auf die Mundgesundheit und die allgemeine Gesundheit von Top-Sportlerinnen und -Sportlern auswirken können, gehören laut Moazzez Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Für Gesundheitsfachkräfte sei es wichtig anzuerkennen, dass Essstörungen keine Entscheidung und keine Phase, sondern eine tiefgehende Erkrankung seien. Zudem gingen sie nicht mit einem bestimmten Aussehen wie zum Beispiel starker Untergewichtigkeit einher.

„Unabhängig davon, welche Art von Essstörung einen Sportler betrifft, gehen alle mit zwanghaften Gedanken über Essen und Körperbild einher, die meist die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Bei Sportlern treten begleitend häufig übermäßiges Training oder Trainingssucht auf“, schreiben die Forschenden.

So können Zahnärztinnen und Zahnärzte auf Essstörungen reagieren

Auch das betonen die Autorinnen und Autoren: Essstörungen gehen sehr oft mit erosivem Zahnverschleiß einher, was Sportlerinnen und Sportler dazu veranlassen könnte, professionelle zahnmedizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen: „Da Zahnärzte und andere zahnmedizinische Fachkräfte oft nicht zum medizinischen Betreuerteam gehören, kann ihre Praxis für Sportler einen sicheren Ort darstellen, an dem sie sich über ihre Essstörung öffnen.“

Sollte das Thema aufkommen, raten die Forschenden Zahnmedizinerinnen und -medizinern, Sorge und Empathie zu vermitteln und Kritik oder Vorschläge für schnelle Lösungen zu vermeiden. „Zeigen Sie, dass Sie verstehen, dass es möglicherweise andere Probleme als Essen oder Gewicht gibt, die die Person belasten“, rät das Forscherteam. Ziel des Gesprächs sollte immer sein, die Patientinnen und Patienten zu ermutigen, sich an andere, spezialisierte Gesundheitsfachkräfte überweisen zu lassen und gleichzeitig eine Vertrauensbasis für regelmäßige Untersuchungen in der Zahnarztpraxis zu etablieren.

Moazzez, R., Bomfim, D., McGregor, R. et al. Disordered eating, oral health and sports. Br Dent J 240, 285–289 (2026). https://doi.org/10.1038/s41415-026-9612-z

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