Pilotprojekt von Barmer und Hausärzten

Diese 12 Gesundheits-Apps stärken Patienten!

Können Apps die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten verbessern – und können sie das Selbstmanagement der Patienten bei Erkrankungen stärken? Dazu hat die Barmer mit Hausärzten aus der Region Cottbus ein Pilotprojekt zum Einsatz von Gesundheits-Apps gestartet.

Das Angebot an Gesundheits-Apps ist unüberschaubar. Für Ärzte und Krankenkassen ist es deshalb oft nicht nachvollziehbar, welche Apps die Patienten nutzen und wie sinnvoll diese überhaupt sind. Adobe Stock/efired

Für ihr Pilotprojekt „Digitale Toolbox Hausärzte“ hat die Barmer gemeinsam mit Hausärzten zwölf Apps für acht Anwendungsgebiete ausgewählt, die nun erprobt werden. Ihr Einsatz durch den Patienten wird vom Hausarzt begleitet. Anwendungsfelder sind Rückenschmerzen, chronische und allgemeine Schmerzen, Stress, Diabetes, Ernährung, Schwindel, Reiseschutz und Hausmittel.

Die Apps entsprechen laut Barmer klaren Compliance-Richtlinien und zeichnen sich durch eine hohe Fachlichkeit sowie eine einfache Bedienbarkeit aus und sind in ihrer Basisversion kostenfrei. Bereits jetzt schon ist erkennbar, dass Apps mit Übungsvideos, etwa zu Rückentrainings oder Schwindel, bei den Patienten besonders gut ankommen.

Aktionsbündnis Patientensicherheit

Gesundheits-Apps erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Worauf Nutzer bei der Verwendung achten sollen, hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) in einer Broschüre zusammengestellt.

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„Erste Erfahrungen zeigen, dass Apps die Mitwirkung der Patienten an der Therapie deutlich erhöhen. Die in den Apps enthaltenen Module wie Erinnerungsfunktionen oder Erklärfilme erleichtern es den Patienten, zum Beispiel regelmäßig Rückenübungen zu absolvieren“, berichtet Dr. Erhard Kiesel, teilnehmender Hausarzt aus Crinitz und Gesellschafter des Ärztenetzes Südbrandenburg, dazu.

Immer mehr Menschen nutzen Gesundheits-Apps - der Arztbesuch wird dadurch aber nicht ersetzt. Denn viele Nutzer hören schon nach wenigen Wochen damit wieder auf.

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Das Pilotprojekt zielt auf die Einbindung von Ärzten in die digitale Patientenversorgung ab. Es soll den Einsatz digitaler Dienstleistungen in der ärztlichen Versorgung stärken, aber auch die Rolle der Barmer als Digitalberater bei den Ärzten etablieren. Gemeinsam mit dem Ärztenetz Südbrandenburg und der KV Comm hat die Barmer 100 Hausärzte zur Teilnahme am Pilotprojekt gewonnen. Sie besprechen mit ihren Patienten, wie die Apps einzusetzen sind. Die Teilnahme steht Patienten aller Krankenkassen offen.

Diese Anforderungen stellt der Hausarzt an Apps:

  • Apps dürfen keine Diagnose-/Therapieempfehlungen geben, sondern sollen eher das Selbstmanagement stärken.
  • App als aktives Übergabemittel im Patientengespräch (ähnlich wie Medikamentenprobe, Infoflyer)
  • Der Service muss die Arzt-Patientenbindung bereichern.
  • Apps dürfen keine zu „spitzen“ Angebote anbieten, sondern sollen sich an Top-Diagnosen des Hausarztes orientieren.
  • Services sind Hilfsmittel für den Arzt und müssen seine Expertenrolle stärken; nicht den Arzt ersetzen wollen
  • Der Hausarzt muss inhaltlich überzeugt sein; die App muss fachlich korrekt, aber auch gebrauchstauglich sein.
  • Angebote müssen kostenlos für den Patienten verfügbar sein.
  • Das Angebot muss sich an alle Patienten richten (versicherungsunabhängig).
  • Der Hausarzt ist Wegweiser für die Patienten - mit Anspruch auf einen ganzheitlichen Blick, inklusive Digitalem.r
  • Das Ziel ist, die Wegweiser-Rolle des Hausarztes hinsichtlich digitaler Applikationen zu stärken.

Quelle: Barmer

Das Pilotprojekt ist auch zeitgleich in Hessen gestartet. Eine Evaluation ist für den Sommer dieses Jahres geplant. Es wird dann untersucht, welche nachhaltigen Effekte der hausärztlich begleitete Einsatz von Apps hat.

Ärzte können oft nicht erkennen, woher die Patienten ihre Informationen haben

Gabriela Leyh, Barmer-Landesgeschäftsführerin für Berlin/Brandenburg, kommentiert das Pilotprojekt so: „Digitale Anwendungs- und Informationsmöglichkeiten sind heute binnen Sekunden verfügbar. Dies verändert das Arzt-Patienten-Verhältnis zunehmend. Für Hausärzte ist es bei mehr als 350.000 Gesundheit-Apps nicht erkennbar, woher die Patienten ihre Informationen haben. Unser Projekt setzt genau hier an und verbindet die ärztliche Kompetenz mit ausgewählten digitalen Angeboten."

Diese zwölf Apps werden von Barmer und Hausärzten empfohlen:

- KAIA – gegen Rückenschmerzen: Kaia wurde in Zusammenarbeit mit Schmerzexperten vom Klinikum rechts der Isar in München entwickelt und beruht auf den Nationalen Versorgungsleitlinien zur Behandlung von Kreuzschmerzen. Es gibt tägliche Trainingsvorgaben, die in 15 bis 30 Minuten ohne Geräte durchgeführt werden können.

- GMS Rücken – das 5 Minuten-Rückentraining: Die App setzt auf die Häufigkeit und Kontinuität des Trainings. Sie bietet kurze Einheiten, dargeboten von einem Motivationstrainer. Es gibt einen 8-Wochen-Plan, der in fünf Minuten pro Tag durchgeführt werden kann. Tägliche Übungsvideos sollen helfen, Rückenschmerzen nicht nur zu lindern, sondern auch vorzubeugen.

- Schmerztagebuch Pain Tracer: Betroffene können täglich die Schmerzstärke festhalten und dokumentieren, welche Medikamente sie einnehmen. Bei Bedarf können Werte per Report-Funktion ausgedruckt oder im PDF-Format als E-Mail an den Arzt weitergeleitet werden. Anbieter: Grünenthal GmbH.

- mySugr – das intelligente Diabetes Tagebuch: Tagebuch App ist ein Diabetes-Manager für das Smartphone. Sie bietet einen Blutzucker- und Kohlenhydrat-Tracker, einen Bolus-Rechner (nur EU) und verhilft, den HbA1c im Blick zu haben. Anbieter: mySugr GmbH.

- Yazio Kalorienzähler: Die App führt ein Ernährungstagebuch und erstellt einen Ernährungsplan aus Rezepten. Anbieter: Yazio GmbH  

- feastr-Ernährungsplan: Die App biete einen Ernährungsplan, Rezepte und die Möglichkeit für Einkaufslisten. Ernährungsumstellung und eine gesunde Ernährung sollen für den Benutzer einfach werden. Anbieter: feastr Gmbh

- Tebonin – Übungen gegen Schwindel: Die App bietet Übungen gegen Schwindel zur Behandlung und Überwachung des Therapieansprechens bei gutartigem Lagerungsschwindel, akutem vestibulären Syndrom oder chronischem Schwindel und ist ein zertifiziertes Medizinprodukt. Die App bietet unter anderem Informationen zum Krankheitsbild, ein Übungsprogramm mit videoanimierten Übungsanleitungen und akustischer Übungssteuerung und eine Erinnerungsfunktion für regelmäßiges Üben. Anbieter: infoteam Software AG

- 7Mind –Schritt für Schritt meditieren lernen: Die App bietet über 200 geführte, deutsche Meditationen zur Entspannung, einen kostenfreien Grundlagenkurs für Anfänger und vertiefende Themenkurse. Anbieter: 7Mind

- Balloon – Meditation für alle: Geführten Meditationen sollen helfen, Stress zu reduzieren, zu mehr Ruhe und Entspannung zu finden und besser zu schlafen. Es gibt viele Meditations-Kursen und Einzel-Übungen. Anbieter: G+J Innovation GmbH

- Fit for travel – Reisemedizinische Informationen: Die App liefert Infos für die Urlaubsplanung und zu allen wichtigen Reiseimpfungen. Es gibt Checklisten zum Abhaken und länderspezifische Gesundheitsrisiken zu über 300 Reisezielen, Hinweise zu Malaria oder Vorsorgetipps gegen Reiseübelkeit. Anbieter: Glaxo SmithKline PLC

- Natürliche Hausmittel: Neben bekannten Hausmitteln gibt es über 160 erprobte Rezepte für fast jede Art von Beschwerden. Die Rezepte sind bebildert, verfügen über eine interaktive Zutaten- und Einkaufsliste, leicht verständliche Anleitungen, praktische Tipps und Tricks sowie Informationen zur Wirkungsweise. Anbieter Kigorosa UG

- Headache Hurts: Die zertifizierte Medizin-App soll bei der individuellen Kopfschmerzprävention unterstützen – unter anderem mit Kopfschmerztagebuch, Klassifikation von Kopfschmerzattacken oder Erinnerungsfunktionen für den Alltag. Als Teil eines deutschlandweiten Pilotprojekts ist die App für alle Nutzer vollumfänglich kostenfrei. Das Kopfschmerzwissen und die Präventionsempfehlungen richten sich nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen der klinischen Kopfschmerzdiagnostik und -therapie. Das Pilotprojekt „KopfHoch – Kopfschmerz & Migräne an der Hochschule kompetent vorbeugen“ wird von der ZIES gemeinnützigen GmbH und durch Förderung der Barmer Ersatzkasse gemäß ihres gesetzlichen Präventionsauftrags bundesweit durchgeführt.

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