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Neuer Fünf-Punkte-Plan

Apotheker fordern neue Rolle in der Primärversorgung

Durch die Apothekenreform dürfen Apotheken mehr Aufgaben übernehmen. Die ABDA fordert, sie auch in die geplante Primärversorgung einzubinden. Syda Productions - adobe.stock.com
ao
Politik
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Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) fordert, die Apotheken verbindlich und dauerhaft in die geplante Primärversorgung einzubinden. Zudem will der Verband die pharmazeutischen Dienstleistungen ausbauen.

Heute hat der Deutsche Apothekertag in München begonnen. Vorab veröffentlichte die ABDA einen Fünf-Punkte-Plan für eine starke Arzneimittelversorgung. Darin dringt der Verband auf eine starke Einbindung der Apotheken in die geplante Primärversorgung.

Die Politik vertue „eine große Chance“, wenn sie die Apotheken nicht in die Neuordnung einbezieht, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis am Montag. „Apotheken sind jetzt durch viele neue Leistungen, die sie anbieten können, ein wichtiger Ansprechpartner für die Menschen geworden.“ Im Zuge ihrer neuen Versorgungsrolle hätten die Apotheken 2025 bereits eine Million pharmazeutische Dienstleistungen angeboten. 

In ihrem Fünf-Punkte-Plan mit Forderungen an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann setzt sich die ABDA außerdem dafür ein, Apotheken beim Impfen, in der Diagnostik und bei der Früherkennung von Volkskrankheiten zu stärken.

Seit dem das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) inkraft ist, dürfen die Apotheken Impfungen mit allen Totimpfstoffen anbieten, also beispielsweise gegen Tetanus oder FSME. Zudem dürfen sie Blut entnehmen und in bestimmten Fällen auch Medikamente ohne ärztliche Verschreibung abgeben.

Bei der Ärzteschaft stieß dies auf harsche Kritik. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnte vor einer „gesundheitspolitischen Fehlsteuerung“.

Viele Apotheker wollen neue Dienstleistungen anbieten

Laut dem aktuellen Apothekenklima-Index der ABDA wollen 40 Prozent der 500 befragten Apothekerinnen und Apotheker neue pharmazeutische Leistungen wie Tabakentwöhnung oder Präventionsberatung anbieten. Der Umfrage zufolge zeigen sich 35 Prozent bereit, ein breiteres Spektrum an Impfungen in ihrer Apotheke durchzuführen. 

Apotheken laut ABDA wirtschaftlich weiter unter Druck

Kritik übte die ABDA an der „nicht nachhaltigen“ Erhöhung des Apothekenhonorars. „Die erste Honorarerhöhung nach über einem Jahrzehnt darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Apotheken weiter wirtschaftlich unter Druck stehen“, sagte Preis.

Im Juli hatten die Apotheken zum ersten Mal seit 2013 eine Erhöhung des Packungsfixums erhalten. Es stieg von 8,35 Euro auf neun Euro und soll zum 1. Januar erneut auf dann 9,50 Euro angehoben werden.

Linnemann soll erhöhten Kassenabschlag zurücknehmen

Doch zugleich sieht das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor, den Apothekenabschlag zum Jahreswechsel von 1,77 auf 2,07 Euro zu erhöhen. Der erhöhte Kassenabschlag werde die geplante Stärkung der Apotheken noch weiter abschwächen, warnt die ABDA und fordert Linnemann auf, dies zurückzunehmen. 

Preis wies darauf hin, dass auch im ersten Halbjahr 2026 die Apothekenzahl weiter gesunken sei. Ende Juni gab es demnach 16.488 Apotheken, 113 weniger als zu Jahresbeginn. Preis nannte diese Entwicklung „bedenklich“. „Es gibt viele Städte und Gemeinden, wo es nur noch eine Apotheke gibt.“

Weiterhin fordert die ABDA in ihrem Fünf-Punkte-Plan, bürokratische Dokumentations-, Nachweis- und Abrechnungspflichten in den Apotheken zu reduzieren. Darüber hinaus erwartet die Bundesvereinigung von Gesundheitsminister Linnemann, den „Störfaktor“ Versandhandel einzudämmen und die Versorgung resilienter zu machen.

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