Pflege- und Gesundheitsberufe weiterhin am stärksten betroffen
Für 2025 weist die Statistik 157 Berufsgattungen mit Fachkräfteengpässen aus und damit sechs weniger als im Vorjahr. Darunter ist weiterhin auch der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). Zu den Berufen mit den stärksten Engpässen zählten 2025 weiterhin vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe, Engpässe bestanden auch in Bau- und Handwerksberufen. Zudem werden Köche, Berufskraftfahrer sowie Erzieher gesucht. Erneut hinzugekommen sind dagegen Engpässe unter anderem in Berufen der Vermessungstechnik oder in der Sozialarbeit beziehungsweise Sozialpädagogik.
„Die schwache Konjunktur prägt den Arbeitsmarkt derzeit – der demografische Wandel wird ihn aber auf lange Sicht verändern. In vielen Engpassberufen sind ausländische Beschäftigte schon heute unverzichtbar. Zuwanderung wird deshalb für unseren Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung gewinnen“, betont die Vorstandsvorsitzende der BA, Andrea Nahles.
Zuwanderung muss demografischen Wandel abfedern
Der demografische Wandel verändert das Arbeitskräfteangebot: Immer mehr Beschäftigte erreichen das Rentenalter, während weniger jüngere Arbeitskräfte nachkommen. Zuwanderung trägt dazu bei, diese Entwicklung abzufedern. Besonders deutlich wird das in den Engpassberufen: Der Anteil ausländischer Beschäftigter hat sich hier seit 2014 von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt. Während die Zahl deutscher Beschäftigter in vielen Fachkrafttätigkeiten demografisch bedingt zurückgeht, gleichen ausländische Beschäftigte diese Rückgänge zumindest teilweise aus.
Insbesondere im Bereich Pflege zeigt sich die zunehmende Bedeutung ausländischer Beschäftigter deutlich. Im Vergleich zum Juni 2024 ist die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 5.000 gesunken, während die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 46.000 gestiegen ist. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind daher zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um die Versorgung weiter aufrechtzuerhalten, macht die BA deutlich.
ZFA ist weiterhin unter den Top-Engpassberufen
Die Statistik der BA bewertet einmal jährlich die Fachkräftesituation am Arbeitsmarkt mithilfe sechs statistischer Indikatoren, wie der Arbeitssuchenden-Stellen-Relation und der Vakanzzeit – soweit belastbare Daten vorliegen. Anhand dieser wird ein Punktwert ermittelt. Fällt er größer oder gleich 2,0 aus, handelt es sich um einen Engpassberuf.
Der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) erhält den Wert 2,7 und reiht sich damit weiterhin ein in die Liste der Berufe, in denen es nicht genug Fachkräfte gibt. Für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten (MFA) hingegen ist der Wert auf 2,0 gesunken.
Hälfte der Stellenangebote entfiel auf Engpassberufe
Im Jahresdurchschnitt waren 2025 rund 402.000 sozialversicherungspflichtige Stellen für Fachkräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten gemeldet. Ein großer Teil davon entfiel auf Engpassberufe. Gleichzeitig suchte nur etwa jede fünfte arbeitslose Fachkraft eine Beschäftigung in einem Engpassberuf.
Die Zahlen verdeutlichen das Problem am Arbeitsmarkt: Arbeitskräfteangebot und -nachfrage passen hinsichtlich Qualifikation, Beruf oder Region häufig nicht zusammen. Während die schwache Konjunktur derzeit die Nachfrage nach neuen Beschäftigten dämpft, führt der demografische Wandel längerfristig dazu, dass in vielen Berufen Fachkräfte fehlen.








