Sozialverband Deutschland fordert einfacheren Zugang zur Versorgung
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) arbeitet zurzeit an einem Gesetzentwurf für ein Primärversorgungsmodell, das Hausarztpraxen eine zentrale Rolle bei der Koordinierung der Versorgung zuweist. Künftig sollen die Patientinnen und Patienten vor einem Facharztbesuch in der Regel den Hausarzt oder die Hausärztin aufsuchen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat nun ein eigenes Konzept mit dem Titel „Primärversorgung neu gestalten“ veröffentlicht.
Darin dringt der Verband auf eine Reform der ambulanten Versorgung. „Deutschland braucht eine Primärversorgung, die Menschen Orientierung gibt, Barrieren abbaut und den Zugang zur medizinischen Versorgung verbessert“, betont der Verband in dem 16-seitigen Forderungspapier. Statt Patientinnen und Patienten stärker zu steuern, sollten strukturelle Barrieren abgebaut und gesundheitliche Chancengleichheit gestärkt werden.
Mehrere Zugangswege zur Versorgung
Der SoVD setzt sich für ein Primärversorgungssystem mit mehreren Zugangswegen ein. Hausärztliche Versorgung, interprofessionelle Teams und niedrigschwellige Beratungsangebote müssten dabei eng verknüpft und durch eine strukturierte Ersteinschätzung ergänzt werden.
Gleichzeitig fordert der SoVD verbindliche Barrierefreiheit, den Abbau sozialer Ungleichheiten beim Zugang zur Versorgung sowie eine stärkere Gemeinwohlorientierung des Gesundheitswesens. Dafür brauche es interprofessionelle Teams, niedrigschwellige Anlaufstellen und eine koordinierte Versorgung statt verpflichtender Steuerungsinstrumente. Barrierefreiheit müsse als verbindlicher Qualitätsstandard verstanden werden, Gesundheitsversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
„Nicht die Patientinnen und Patienten müssen besser gesteuert werden – das Versorgungssystem muss einfacher, gerechter und verlässlicher werden. Primärversorgung bedeutet, Zusammenarbeit statt Versorgungslücken und Zugang statt Ausgrenzung“, macht SoVD-Vorstandschefin Michaela Engelmeier deutlich.







