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Bundesweiter Apothekenprotesttag

Tausende Apotheker gehen für höheres Honorar auf die Straße

ao
Politik
Seit Jahren kämpfen Apotheken für eine höhere Vergütung. Mit Kundgebungen und Schließungen haben heute Apothekenteams in ganz Deutschland ihrer Forderung nach einer Honorarerhöhung erneut Nachdruck verliehen.

Bundesweit blieben heute zahlreiche Apotheken geschlossen. Außerdem gab es vier zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hatte zum bundesweiten Protesttag aufgerufen.

ABDA-Präsident Thomas Preis begründete den Protest mit der „angespannten“ wirtschaftlichen Situation der Apotheken. Er forderte die Bundesregierung auf, das Apothekenhonorar wie im Koalitionsvertrag vorgesehen zu erhöhen. Die letzte Honorarerhöhung habe es vor 13 Jahren gegeben. Die Betriebskosten seien im selben Zeitraum aber um mehr als 65 Prozent gestiegen. „Wegen der chronischen Unterfinanzierung müssen jedes Jahr hunderte Apotheken schließen. Seit 2013 haben wir rund 20 Prozent aller Apotheken verloren – für die Menschen in den Städten und auf dem Land verlängern sich somit die Wege zur nächsten Apotheke“, warnte Preis. Zur Akutversorgung mit dringenden Medikamenten am Protesttag stünden Notdienstapotheken bundesweit bereit, hieß es.

In Berlin zog der Protestzug am Gesundheitsministerium vorbei

In Berlin zogen tausende Protestierende vom Potsdamer Platz bis zum Roten Rathaus. Die Route führte auch am Bundesgesundheitsministerium vorbei. In München versammelten sich etwa 3.500 Apothekerinnen, Apotheker sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Odeonsplatz im Herzen der Stadt. Weitere Kundgebungen fanden in Düsseldorf auf dem Burgplatz und in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover statt. Dort gingen Apothekenteams auf dem Opernplatz in der Innenstadt für ein höheres Honorar auf die Straße. 

Die gesetzlichen Krankenkassen wiesen die Forderung der Apotheken unterdessen strikt zurück und warfen ihnen vor, mit falschen Behauptungen zu operieren. Von 2013 bis 2024 hätten sich die jährlichen Zahlungen der Kassen an die Apotheken um 1,5 Milliarden auf 7,1 Milliarden Euro erhöht, erklärte GKV-Vize-Chefin Stefanie Stoff-Ahnis gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

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