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Bundesverband der Freien Berufe (BFB) berichtet von Aufwärtstrend

Zahl der Ausbildungsverträge bei Freien Berufen gestiegen

LL
Gesellschaft
3,7 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge wurden in den Freien Berufen abgeschlossen. Allem voran in den Heilberufen. Ein Faktor für die gestiegene Zahl der Auszubildenden sei die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Dennoch bleibt die Fachkräftelücke groß.

Mehr junge Menschen haben sich für eine Ausbildung bei den Freien Berufen entschieden. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) zu neu abgeschlossenen Verträgen. So wurden zum Stichtag 31. März 2025 bundesweit 11.669 neue Ausbildungsverträge registriert – ein Anstieg um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, meldet der Verband.

Die meisten neuen Ausbildungsverträge werden bei den Ärztekammern (Medizinische Fachangestellte), den Zahnärztekammern (Zahnmedizinische Fachangestellte) und den Steuerberaterkammern (Steuerfachangestellte) geschlossen.

Besonders deutlich wird der Trend, wenn man einen Blick auf den Stellenwert der Freien Berufe im Ausbildungssystem wirft: Fast jede und jeder zehnte Auszubildende sieht hier eine berufliche Zukunft. „Die Entwicklung stimmt uns positiv“, kommentiert BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister. „Immer mehr junge Menschen wollen bei den Freien Berufen arbeiten und damit ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten.“

Hohe Werte bei Integration und Frauenquote

Mit einem Ausländeranteil von 20,3 Prozent unter den Auszubildenden führen sie alle Ausbildungsbereiche in puncto Integration an. Der Anteil an Jugendlichen mit Migrationshintergrund dürfte noch weit darüber liegen. Bei einer Betrachtung der Geschlechterverteilung fällt auf: 90,7 Prozent der Auszubildenden in den Freien Berufen sind weiblich. Das zeigen Zahlen aus dem aktuellen Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs jedoch hoch, schreibt der BFB. Laut einer Sonderauswertung des Instituts für Freie Berufe im Auftrag des Verbands fehlen insgesamt 211.000 Personen in den Freien Berufen. Besonders betroffen sind die Fachkräfte (129.000 unbesetzte Stellen), die angestellten Berufsträger (38.000) sowie die Auszubildenden selbst (44.000).

Im Vergleich zum Winter 2023 hat sich die Lage immerhin leicht verbessert. Damals lag die Gesamtzahl noch bei 263.000 fehlenden Kräften, darunter 50.000 Auszubildende.

„So positiv die Zahlen auch sind, so groß ist die Fachkräftelücke dennoch weiterhin“, betont Hofmeister. „Eine resiliente Gesellschaft schaffen wir nur mit den Freien Berufen und ihren Teams. Deswegen müssen wir die Attraktivität der Berufe weiter steigern und dazu gehört auch, die überbordende Bürokratie in die Geschichtsbücher zu verbannen.“

Kampagnen zeigen Wirkung

Ein Faktor für die gestiegene Zahl an neuen Auszubildenden sei die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit einzelner Berufsgruppen. Kampagnen wie „Praxenland“ oder „Zähne zeigen“ hätten gezielt junge Menschen angesprochen und über die Arbeit in vertrauensbasierten Berufen informiert. Auch die Ausbildungsinitiativen innerhalb der Kammern hätten ihren Anteil.

„Wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark eine solche Ansprache auf potenzielle Auszubildende wirken kann“, sagt der BFB-Präsident. „Die Richtung stimmt wieder, wir haben aber noch ein ganzes Stück vor uns. Wir brauchen mehr Freiheit und Vertrauen – und weniger Bürokratie.“

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