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Analyse von Greenpeace

Extremsommer kostet Deutschland bis zu 42 Milliarden Euro

Der Sommer 2026 ist in Deutschland außergewöhnlich heiß und trocken. Hitzewellen setzten früh ein und hielten vielerorts über längere Zeit an. Gleichzeitig blieb der Regen aus. Corri Seizinger - stock.adobe.com
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Gesellschaft
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Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser haben im Sommer 2026 enorme wirtschaftliche Schäden angerichtet. Einer Greenpeace-Berechnung zufolge belaufen sich die Kosten auf mindestens 36 Milliarden Euro. Das sind fast ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Greenpeace beziffert die volkswirtschaftlichen Schäden des Extremsommers in einer Kurzanalyse auf 36 bis 42 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 0,8 bis 0,9 Prozent der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung. Die Summe sei allerdings ausdrücklich als Untergrenze zu verstehen. Für zahlreiche Schäden liegen bislang keine belastbaren Daten vor.

Den größten einzelnen Kostenblock macht laut Analyse die Arbeitswelt aus. Rund 10,8 Milliarden Euro entfallen demnach auf Produktivitätsverluste und Produktionsausfälle. Bei hohen Temperaturen sinkt die Leistungsfähigkeit, gleichzeitig nehmen hitzebedingte Arbeitsausfälle zu. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die im Freien oder in nicht klimatisierten Räumen arbeiten.

Rund 14.000 Todesfälle durch Hitze

Besonders gravierend sind die gesundheitlichen Folgen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts gab es bis zur 32. Kalenderwoche rund 14.000 hitzebedingte Todesfälle. Hinzu kommen mehr Krankenhauseinweisungen und Notfälle, etwa weil Hitze bestehende Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen verschärft.

Die zusätzlichen Belastungen für das Gesundheitssystem veranschlagt Greenpeace auf rund 1,54 Milliarden Euro. Für die hitzebedingten Todesfälle berechnet die Analyse zudem sogenannte gesundheitsökonomische Kosten von rund 6,9 Milliarden Euro.

Grundlage dafür sind rund 35.000 verlorene Lebensjahre. Bewertet werden diese mithilfe des sogenannten „Value of a Statistical Life Year“ (VSLY). Dabei handelt es sich nicht um eine Bewertung eines einzelnen Menschenlebens, sondern um ein volkswirtschaftliches Verfahren, mit dem der Nutzen lebensverlängernder Maßnahmen abgeschätzt werden kann.

Dürre und Hitze treffen Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung

Die Dürre verursacht auch in der Landwirtschaft erhebliche Schäden. Greenpeace schätzt die Verluste auf 3,4 Milliarden Euro. Noch höher fallen die erwarteten Waldschäden aus: 5 bis 7,5 Milliarden Euro. Viele Folgen der Trockenheit dürften erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

Am Rhein sorgen niedrige Pegel für Probleme beim Gütertransport. Frachtschiffe können weniger laden, Transporte werden teurer. Greenpeace beziffert die Schäden auf 3,4 bis 4,5 Milliarden Euro. Hinzu kommen bis zu 3,7 Milliarden Euro für hitzebedingte Schäden an Straßen, Schienen und anderer Infrastruktur.

Hohe Temperaturen können Konzentration und Lernleistung von Schülerinnen und Schülern beeinträchtigen. Für die rund neun Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen veranschlagt Greenpeace die langfristigen wirtschaftlichen Folgen auf rund 3,2 Milliarden Euro.

Viele Schäden sind noch gar nicht eingerechnet

Die Greenpeace-Bilanz erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zahlreiche Folgen des Extremsommers ließen sich bislang nicht zuverlässig in Euro beziffern – wie zum Beispiel Belastungen des europäischen Stromsystems.

In mehreren Ländern mussten Kraftwerke ihre Leistung reduzieren, weil Kühlwasser fehlte oder zu warm war. Auch die gesundheitlichen Folgen von erhöhter Ozon- und Feinstaubbelastung seien laut Greenpeace in der Summe nicht vollständig berücksichtigt.

Noch schwieriger ließe sich zudem der ökologische Schaden bestimmen. Waldbrände und Waldschäden können die Biodiversität beeinträchtigen und langfristig Auswirkungen auf Trinkwasserschutz, Erosionsschutz, Kohlenstoffspeicherung und das Mikroklima haben. Der tatsächliche volkswirtschaftliche Schaden dürfte deshalb über den von Greenpeace errechneten 36 bis 42 Milliarden Euro liegen.

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