Kinderärzte fordern strengere Regeln für E-Scooter
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Kindern und Jugendlichen nimmt nach Angaben der DGKJCH deutlich zu. Wie die Fachgesellschaft gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt erklärte, verunglücken in Deutschland jedes Jahr mehr als 2.500 Minderjährige unter 18 Jahren mit den elektrischen Rollern. Besonders betroffen seien Jugendliche zwischen 15 und unter 18 Jahren. In dieser Altersgruppe werden laut DGKJCH jährlich mehr als 1.500 Verletzte registriert.
Doch auch Kinder unter 15 Jahren seien nach Angaben der Fachgesellschaft einem hohen Risiko ausgesetzt. Obwohl E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr erst ab 14 Jahren gefahren werden dürfen, verunglücken jedes Jahr 500 bis 600 jüngere Kinder. Die DGKJCH fordert deshalb ein konsequentes Verbot für Kinder unter 14 Jahren, eine gesetzliche Helmpflicht sowie gezielte Fahrtrainings, um den sicheren Umgang mit E-Scootern zu vermitteln.
Häufigste Unfallursache: unerlaubtes Fahren zu zweit
Als häufige Unfallursachen nennen die Kinderärzte und -chirurgen das unerlaubte Fahren zu zweit sowie Fahrten auf privaten Wegen. Fast jeder zweite schwere Unfall ereigne sich zudem ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer – häufig infolge von Gleichgewichtsverlust oder einer falschen Selbsteinschätzung der Fahrer.
Besonders besorgniserregend seien die Schwere der Verletzungen. Rund 31 Prozent der Unfälle würden als klinisch schwer eingestuft, etwa 14 Prozent der Betroffenen müssten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Kopfverletzungen, Verletzungen im Bauchraum sowie Knochenbrüche im Rumpfbereich.
„Entgegen der Wahrnehmung als harmloses Spielzeug haben E-Scooter in der Kinder- und Jugendchirurgie das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst“, erklärte DGKJCH-Pressesprecher Joachim Suß, Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.


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