Mehrheit unterstützt höhere Steuer auf Zucker und Tabak
Rund 40 Prozent der vermeidbaren Todesfälle in Deutschland hängen mit Tabakkonsum, Alkohol, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel zusammen. Internationale Gesundheitsorganisationen empfehlen deshalb steuerpolitische Maßnahmen, die gesundheitsförderndes Verhalten stärken sollen. Eine Mehrheit der Deutschen würde höhere Steuern auf Tabak und stark gezuckerte Getränke unterstützen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des vfa unter 5.000 Bürgerinnen und Bürgern.
Klare Unterstützung für höhere Tabak- und Zuckersteuer
Unter den vorgeschlagenen Steuern sprechen sich die meisten Menschen (ca. 57 Prozent) für höhere Abgaben auf Tabakprodukte – inklusive Vapes – aus. Jede dritte Person ist dagegen, knapp zehn Prozent können sich nicht entscheiden. Regional schwankt die Zustimmung zwischen knapp der Hälfte (Sachsen-Anhalt) und einer Zweidrittel-Mehrheit (Hamburg). Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Steuern mindestens 75 Prozent des Zigarettenpreises ausmachen sollten. In Deutschland liegt der Anteil derzeit bei etwa 64 Prozent.
Mehr als jede zweite Person befürwortet auch eine Besteuerung stark gezuckerter Getränke. Knapp ein Drittel lehnt dies ab, rund jede zwölfte Person ist unentschieden. Besonders hoch ist die Zustimmung in Nordwestdeutschland.
Alkoholsteuer bleibt allerdings umstritten
Nicht ganz die Hälfte der Befragten unterstützt höhere Steuern auf Alkohol, zeigt die Befragung. Dieser Wert liegt jedoch deutlich über dem Anteil derer, die eine Erhöhung ablehnen, nämlich gut 40 Prozent – damit ist Alkohol der politisch umstrittenste Steuerhebel.
Von vier befragten Personen sind drei der Meinung, dass Einnahmen aus Gesundheitssteuern auf Alkohol, Tabak und gezuckerte Getränke zur Finanzierung des Gesundheitssystems verwendet werden sollten. Weniger als 20 Prozent sind dagegen.
Uneinigkeit über die Wirksamkeit
Bei der Frage nach dem Lenkungseffekt sind die Meinungen geteilt: Mehr Menschen in Deutschland glauben, dass Gesundheitssteuern den Konsum reduzieren. Nur 43 Prozent gehen davon aus, dass sie tatsächlich einen präventiven Effekt haben.
Die Ergebnisse zeigen, dass präventive Maßnahmen zunehmend gesellschaftliche Unterstützung finden, schreibt der vfa in seiner Auswertung. Ein größerer Teil der Bevölkerung unterstütze eine Ausweitung von Gesundheitssteuern, insbesondere auf Tabak und zuckerhaltige Getränke. Noch deutlicher ist die Zustimmung zur Verwendung der Einnahmen für das Gesundheitssystem.
Für die Gesundheitspolitik bedeute das: Instrumente der Verhältnisprävention haben einen starken Rückhalt in der Bevölkerung – insbesondere, wenn sie der Gesundheitsversorgung zugute kämen.
Methodik: Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat für den Verband forschender Arzneimittelhersteller vom 06.02. bis 08.02.2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 5,6 Prozentpunkten.










