Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

FVDZ-Sommerkongress auf Rügen

„Prävention braucht Ausdauer, Mut und Selbstverantwortung“

nb
Politik
Wie das deutsche Gesundheitswesen stärker auf Prävention statt auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet werden kann, stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion beim Sommerkongress des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Binz auf Rügen.

Impulse für die Diskussion lieferte die Zahnärztin und Triathletin Dr. Maria Paulig. Die Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin zog Parallelen zwischen Leistungssport und Gesundheitspolitik. Erfolgreiche Prävention erfordere Ausdauer, Lösungsorientierung und die Bereitschaft, Gewohnheiten zu verändern.

Derzeit liege der Schwerpunkt des Gesundheitswesens jedoch weiterhin auf der Behandlung bereits entstandener Erkrankungen. Für viele Menschen sei es einfacher, mit gesundheitlichen Problemen zum Arzt zu gehen, als diese durch eigenes Verhalten zu vermeiden, sagte Paulig.

„Was wir haben, sind Leuchtturm-Ruinen!"

Die Präsidentin der Landeszahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Tiede, betonte, dass Prävention nicht von heute auf morgen gelinge. Es sei ein Irrglaube, dass das „ab morgen einfach losgeht“. Neben persönlicher Verantwortung brauche es politische Unterstützung durch Bildung und geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen.

Dr. Timm Genett, Geschäftsführer Politik beim Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV), erweiterte diesen Ansatz noch, indem er sich für ein neues Präventionsgesetz aussprach. „Was wir haben, sind Leuchtturm-Ruinen und keine flächendeckende Implementierung von Prävention, um tatsächlich Krankheitslast zu reduzieren“, sagte Genett.

Christian Bartelt, FDP-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern, Zahnarzt und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, warnte davor, Eigenverantwortung staatlich verordnen zu wollen. Stattdessen brauche es Anreize und Rahmenbedingungen, die Menschen befähigten, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Prävention sei eine Investition in die Zukunft und müsse gesellschaftlich stärker wertgeschätzt werden.

Moderiert wurde die Diskussion vom FVDZ-Bundesvorsitzenden Dr. Christian Öttl. Dabei wurden auch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen wie das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz thematisiert.

Zum Abschluss griff Paulig erneut die Verbindung zum Sport auf und appellierte an Politik und Gesellschaft, Veränderungen aktiv anzugehen: „Jeder fängt mal klein an – Hauptsache, man fängt an.“

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.

Zum Seitenanfang springen