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Studie zur Gender-Situation in Praxen

Zahnärztinnen werden schlechter bewertet als ihre männlichen Kollegen

Laut Studie erreichen 20,3 Prozent der Zahnärzte eine "besonders hohe Patientenzufriedenheit", aber nur 13,1 Prozent der Zahnärztinnen. Adobe Stock_vegefox.com
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Praxis
Frauen in der Zahnmedizin
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Die Leistungen von Frauen werden weniger gewürdigt als die ihrer männlichen Kollegen. So bekommen laut der Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2018" Zahnärztinnen und Ärztinnen im Durchschnitt weniger gute und sehr gute Bewertungen als (Zahn-)Mediziner – sowohl bei der Bewertung durch Patienten als auch durch Fachkollegen.

"Ob Humanmedizin, Zahnmedizin oder Psychologische Psychotherapie, ob in der eigenen Praxis oder angestellt tätig: Frauen stehen bei der Beurteilung ihrer Leistung stets im Schatten ihrer männlichen Kollegen", bilanziert Prof. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit.

In der Studie

https://www.stiftung-gesundheit.de/pdf/studien/Aerzte_im_Zukunftsmarkt_Gesundheit_2018.pdf - external-link-new-window

untersuchte die Stiftung Gesundheit zum einen, welche Mediziner besonders gut in der Zufriedenheit ihrer Patienten abschnitten. Das Ergebnis: Der Anteil der männlichen Ärzte mit einer "positiv ausgezeichneten" Patientenzufriedenheit ist durchweg größer als der Anteil der weiblichen Ärzte, die eine solche Auszeichnung haben.

So erreichen 20,3 Prozent der Zahnärzte eine "besonders hohe Patientenzufriedenheit", aber nur 13,1 Prozent der Zahnärztinnen. 29,2 Prozent der Humanmediziner erreichen ebenfalls diese hohe Patientenzufriedenheit, aber nur 22,7 Prozent ihrer Kolleginnen. Bei den Psychologischen Psychotherapeuten können 10,8 Prozent eine "besonders hohe Patientenzufriedenheit" für sich verbuchen, aber auch hier nur 7,1 Prozent der Frauen.

Fachkollegen messen Frauen weniger Fachkompetenz zu

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Bewertung der medizinischen Reputation und Fachkompetenz durch Kollegen ihres jeweiligen Fachs: Auch hier schneiden die Frauen durchweg erheblich schlechter ab (siehe Grafik).

Männer schneiden sogar in Fachgruppen besser ab, in denen größtenteils Frauen tätig sind und in denen demzufolge auch der Großteil der Bewertungen von Kolleginnen stammt: Bei den Psychologischen Psychotherapeuten liegt die Frauenquote bei 74 Prozent – trotzdem erhielten in diesem Fachbereich 6,2 Prozent der Männer eine besonders positive Wertung, aber lediglich 3,9 Prozent der Frauen.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Dauer der Niederlassung als "systematisch verzerrender Faktor" in die Berechnung einfließt. "Unter der Annahme, dass Frauen erst in den vergangenen zehn Jahren vermehrt in die (eigene) Praxis gegangen sind, und des Postulats, dass längere Praxisroutine Souveränität und Erfahrung schafft und von Patient(inn)en und Kolleg(inn)en gleichermaßen mit hoher Qualität gleichgesetzt wird, würden Männer einfach deshalb besser abschneiden, weil sie schon länger in der Praxis sind", heißt es. Die Stiftung Gesundheit hat angekündigt, diesen Aspekt im nächsten Jahr im Detail zu analysieren.

Die Studie ist Teil der Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“, mit der die Stiftung Gesundheit seit 2005 Trends und Entwicklungen im Gesundheitssektor untersucht. Alle Ausgaben der Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“ finden Sie unterhttps://www.stiftung-gesundheit.de/stiftung/studien.htm.

Mehr zum Thema: Frauen in der Zahnmedizin

Laut Statistischem Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) lag der Frauenanteil bei zahnärztlich tätigen Personen 2020 bei 46,7 Prozent. Das sind knapp 5 Prozent mehr als 2010.

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