Zuckerkonsum in früher Kindheit kann Angstzustände fördern
Im Rahmen der Studie untersuchten die Wissenschaftler der University of Surrey, wie sich der Zuckerkonsum in der frühen Kindheit auf die psychische Gesundheit im Erwachsenenalter, das Ernährungsverhalten und die neurologische Entwicklung auswirkt.
Im Ergebnis was das Risiko, eine Angststörung zu entwickeln, bei denjenigen am geringsten, die im Mutterleib und in den ersten beiden Lebensjahren sehr wenig Zucker konsumiert hatten.
Das Team analysierte die medizinischen Daten von über 45.000 Teilnehmern der UK Biodatenbank, die zwischen 1951 und 1956 geboren wurden – also in einer Zeit, in der die Zuckerrationierung der Nachkriegszeit noch in vollem Umfang galt, bis hin zu dem Zeitpunkt, als sie schrittweise abgeschafft wurde.
Über 30 Prozent weniger Angststörungen ohne Zucker
Die Teilnehmer wurden anschließend in Gruppen unterteilt: diejenigen, die die Zuckerrationierung bereits im Mutterleib und anschließend bis zum Alter von sechs, 12, 18 und 24 Monaten erlebt hatten, sowie diejenigen, die die Rationierung nur im Mutterleib erlebt hatten.
Eine Kontrollgruppe mit Teilnehmern ähnlichen Alters, die zu einer Zeit geboren wurden, als es in Großbritannien keine Rationierung gab, sowie eine weitere Gruppe von Kindern, die in Irland geboren wurden, wurden ebenfalls analysiert.
Menschen, die die Rationierung erlebt hatten, wiesen ein 33 Prozent geringeres Risiko für eine spätere Angststörung auf im Vergleich zu Menschen, die die Rationierung nicht miterlebt hatten.
Die Wissenschaftler untersuchten auch bildgebende Daten des Gehirns. Es zeigte sich, dass sich 80 der 139 Hirnregionen hinsichtlich des Volumens der grauen Substanz zwischen den verschiedenen Rationierungsgruppen signifikant unterschieden. Eine weitere Analyse ergab signifikante Unterschiede in 11 der 80 Hirnregionen zwischen den meisten Rationierungsgruppen und denjenigen, die nie einer Rationierung ausgesetzt waren – zum Beispiel Regionen des Kleinhirns.
Hängen Zuckerexposition und späterer Zuckerappetit zusammen?
Weiter zeigte die Analyse, dass diejenigen, die über den längsten Zeitraum (im Mutterleib und bis zum Alter von 24 Monaten) keinem Zucker ausgesetzt waren, im Erwachsenenalter auch eine geringere Vorliebe für süße Lebensmittel angaben.
Insbesondere Frauen, die keine oder nur eine begrenzte Zeit lang eine Rationierung erlebt hatten und damit deutlich mehr Zucker zu sich nahmen, entwickelten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Angststörung.
Ein Zusammenhang zwischen früher Zuckerexposition und Depressionen wurde ebenfalls festgestellt, verlor jedoch nach statistischer Bereinigung an Signifikanz, was darauf hindeutet, dass dieser Zustand durch die Ernährung im späteren Erwachsenenalter beeinflusst werden könnte.
„Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zuckerexposition während der ersten 1.000 Lebenstage das Risiko beeinflussen kann, an verschiedenen chronischen Erkrankungen wie Diabetes zu erkranken. Da wir in unseren früheren Arbeiten Zusammenhänge zwischen der Vorliebe für zuckerhaltige Lebensmittel und psychischen Problemen festgestellt hatten, wollten wir insbesondere herausfinden, ob der Zuckerkonsum in der frühen Kindheit dazu beitragen könnte, dass später im Leben psychische Probleme wie Depressionen und Angststörungen auftreten“, erklärt Studienleiterin Dr. Hana Navratilova.
Trotz des gestiegenen Zuckerkonsums der Teilnehmer nach der Rationierung scheinen die Ernährungsbedingungen in der frühen Kindheit eine dauerhafte Bedeutung für die psychische Gesundheit zu haben.
„Das Wissen um die gesamten Auswirkungen, die Zucker über unser gesamtes Leben hinweg auf unsere körperliche und psychische Gesundheit haben kann, könnte dazu beitragen, die Gesundheitspolitik zu gestalten und unsere Ernährungsgewohnheiten neu auszurichten“, so Navratilova.
Navratilova, H.F., Whetton, A.D. & Geifman, N. Dietary sugar exposure in early life and risk of adult mental health disorders: UK Biobank cohort study. Transl Psychiatry (2026). https://doi.org/10.1038/s41398-026-04376-w


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