Ein Einsatz, der ein Leben grundlegend veränderte
Bei ihrem Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Togo lernten Frank und Theresa Würfel im Herbst 2023 Kokou Amegavi kennen. Seitdem haben Vater und Tochter mit riesigem Engagement – und der Hilfe zahlreicher Unterstützer – das Leben des damals 33-Jährigen grundlegend gedreht. Der junge Mann stellte sich damals in der Zahnklinik Aneho mit einem Abszess vor, das OPG und spätere CT zeigten eine enorme Raumforderung im rechten Unterkiefer. Die Diagnose in der Klinik der Hauptstadt Lomé: ein bösartiger Tumor. Ein Schicksalsschlag für den jungen Mann. Vor Ort gab es keine medizinischen Möglichkeiten zur OP, und selbst wenn es sie gegeben hätte: Amegavi fehlte das Geld. Aus diesem Grund hatte er Jahre zuvor nach zwei Semestern Jura einen Job als Lkw-Fahrer annehmen müssen, berichten die Würfels, die im sächsischen Heidenau gemeinsam praktizieren.
Nach zahlreichen organisatorischen und bürokratischen Anstrengungen hatte es Familie Würfel im Frühjahr 2025 dann geschafft. Dank einer Spendensumme von rund 45.000 Euro konnte Amegavi am Uniklinikum Dresden operiert werden. Dabei musste ein großer Teil des Unterkieferknochens durch ein Stück Wadenbein ersetzt werden. „Zehn Tage nach dem großen Tag, auf den wir über ein Jahr gewartet hatten, saßen Kokou und ich im Schillergarten, und er aß seinen allerersten Leberkäse mit Bratkartoffeln“, schreibt Frank Würfel auf seiner Website, wo er den Fall schildert und allen Unterstützern dankt. „Die Lippe war noch ein bisschen taub, aber er war glücklich.“
Und damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Seit April 2026 ist Amegavi wieder in Deutschland und wird hier im September eine Ausbildung in der Pflege beginnen. Bis dahin arbeitet er an seinen Sprachkenntnissen. Vor der Operation sprach er Französisch, ein bisschen deutsch und die Kwa-Sprache Ewe, seitdem kommen jeden Tag ein paar deutsche Vokabeln hinzu.
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